Storytelling statt Firmenhistorie

Storytelling statt Firmenhistorie

Gerade KMU müssen ihre True Story nicht erst erfinden.

Ist nicht die Geschichte Ihrer Firma auch eine Heldensaga? Wahrscheinlich haben Sie weder als Tellerwäscher noch in einer Garage angefangen – doch einige Hürden mussten Sie garantiert überwinden und Risiken eingehen: Um Ihre Idee zu entwickeln, die Firma zu gründen, die ersten Kunden zu gewinnen und sich schließlich gegen harten Wettbewerb im Markt durchzusetzen. Nicht ohne Rückschläge wahrscheinlich, nicht ohne Neuorientierung zwischendurch, nicht ohne von Glück zu profitieren und aus Misserfolgen Konsequenzen zu ziehen.

Und heute? Sie bestehen mit Ihrem Unternehmen erfolgreich im Wettbewerb, Sie geben Menschen Arbeit, sie engagieren sich in der Ausbildung oder unterstützen den örtlichen Sportverein mit Trikots. Sie haben es geschafft – und sie geben das auch zurück an ihr Umfeld.

Warum also nicht statt einer Chronologie im Sinn von „History“ („Mein Großvater gründete unser Unternehmen im Mai 1898…“) die Geschichte als „Story“ erzählen? Die englischen Begriffe verdeutlichen den Unterschied: Während „Unternehmens-History“ vielleicht informativ, aber nach Langeweile klingt , kommt „Unternehmens-Story“ doch gleich dramatischer und spannender daher.

Es gibt in jeder Unternehmensgeschichte Konflikte, Ereignisse und Entscheidungen, die sich als Story erzählen lassen:

  • Das Risiko der Gründung – Alles was Sie haben ist eine gute Idee, Ihre Energie, vielleicht eine Maschine oder einen ersten Kunden
  • Eine wichtige Entscheidung – Weg A gehen (z.B. Expandieren, neue Räume …) oder Weg B (z.B. auf die Kernkompetenz fokussieren)
  • Sie konnten ein neues Produkt erfolgreich vermarkten – und die riesigen Investitionen schließlich rechtfertigen
  • Sie konnten gegen den Wettbewerb einen großen Kunden gewinnen oder halten
  • Sie haben ihren ersten Mitarbeiter eingestellt

Jede Story entwickelt sich gegen Widerstände. Nicht jeder Konflikt kann erfolgreich gelöst werden.

Eine Story besteht u.a. aus

  • entscheidenden Situationen
  • emotionalen Momenten
  • dem Risiko des Scheiterns (durch mächtige Gegner, durch widrige Umstände…)
  • Verlusten, aber mehr noch Gewinnen
  • Momenten des Zweifelns, aber auch des Festhaltens an Zielen, Werten, Menschen …

Und wie die klassische Heldensaga, die Hollywood so gern als Blaupause für Drehbücher nimmt, ist ihre Story weder glatt noch ohne Happy End geblieben. Denn der „Held“ – das sind in diesem Fall Sie als Unternehmen – erreicht nicht nur sein Ziel. Er ist mit der Aufgabe gewachsen und weiß, dass er auch der Gemeinschaft etwas zurückgeben kann.

Gerade mittlere und kleinere Unternehmen können diese Geschichte glaubhaft erzählen. Sie müssen ihre „Helden“ nicht erst stilisieren, sie sind im echten Leben angesiedelt. Keine Angst davor, authentische Geschichten offen zu erzählen! Am Ende hat das mittelständische Familienunternehmen oft sogar mehr zurückzugeben als die große AG: Mehr als Shareholder-Value, mehr als ein rein finanzielles Interesse an ihren Kunden.

Und mehr noch als die Dax-AG (und mit viel weniger Aufwand!) haben Selbständige, kleine und mittlere Unternehmen die Chance, mit Ihrer Story Anteilnahme / Identifikation beim Besucher zu erreichen. Sie müssen ihre True Story nicht erst erfinden.

Bildquelle: Pixabay

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Kommentare

  1. Sämi Weber meint:

    Endlich schreibt mal wieder jemand, dass die blosse Aneinanderreihung von Daten noch kein Storytelling ist. Gutes Storytelling basiert fast immer auf der Heldenreise.

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