Von Spreu und Edelweizen – Die neuen Regeln für Links

Von Spreu und Edelweizen – Die neuen Regeln für Links

Google bekämpft aktuell Pseudo-Marketing, Pseudo-Inhalte und im Zentrum dessen: Pseudo-Links. Nun wurde das erste deutsches Link-Netzwerk abgestraft.  Ursprünglich war ja die Einbeziehung von Links in die Bewertung einer Website einer der Grundpfeiler des Erfolgs – für Google zählten Links als unabhängige, externe Empfehlungen, und diese waren nicht so leicht manipulierbar wie Webseiten selbst.  Google’s frühe Einbeziehung der Links in den Algorithmus war ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

Nun ist nicht jede persönliche Empfehlung gleich glaubwürdig. Und die Flut an Links, aufgebaut über Link-Building-Agenturen, über Link-Netzwerke, über gekaufte, erhandelte Links war irgendwann dann auch nicht mehr besser als Rankingsignal, als es früher mit Keyword-Spamming verunstaltete Seiten waren. Um den Vorsprung gegenüber anderen zu behalten, musste Google die Links stärker qualitativ bewerten.

Die verbesserte Rechenpower und die Einbeziehung von Google+ bieten der Suchmaschine nun die Möglichkeit, Link-Spreu vom Link-Weizen (oder gar Link-Edelgetreide) effektiver und treffsicherer zu trennen.

Den Stand der Dinge bei Googles skeptischer Bewertung von Links lässt sich  aktuell in ein paar Punkten so zusammenzufassen:

  • Vorsicht bei vermakelten, vermittelten Links
  • Zurückhaltung beim Tausch oder Kauf von Links, egal ob gegen Geld oder gegen Waren (Stichwort: Advertorials, bezahlte Blogposts)
  • Kein Kauf von Links bei regionalen Online-Zeitungen (Tipp von seokratie.de)
  • Links innerhalb von Online-Pressetexten können verdächtig sein, insbesondere mit harten „Money-Keywords“ im Ankertext, also so etwas wie „Versicherungen München“ oder „Schuhe kaufen“
  • Ein Zuwachs an Links kann Google verdächtig erscheinen, wenn er nicht mit einem Zuwachs an Inhalten einhergeht
  • Ohne eine gewisse Anzahl hochwertiger Links erreicht eine Website kaum eine überdurschnittlich gute Sichtbarkeit (also Präsenz in den Suchergebnissen auf Basis von 1 Mio. gebräuchlicher Suchbegriffe)
  • Wichtiger als die Anzahl eingehender Links ist die Anzahl der unterschiedlichen Domains, die verlinken. Viele Links von wenigen Domains zählen also weniger als wenige Links von mehreren Domains.
  • Links von Domains, die sehr viele ausgehende Verlinkungen haben (> 5000, besonders > 10000) , sind nicht besonders wertvoll, zählen evt. gar nicht als positive oder sogar als negative Signale. Das können Webkataloge, Bookmarking-Dienste oder Artikelverzeichnisse sein. Der deutsche Bookmarking-Dienst mister-wong.de hat nach Besitzerwechsel das Konzept geändert: Style und Fashion statt Links und Bookmarks.
  • Links bleiben trotzdem die Hauptcharakteristik des Web. Links im Text auf thematisch passende Seiten sind gut, soweit sie als Service und nützlich für den Leser verstanden werden können. Sie nutzen i.d.R.  der verlinkenden wie der verlinkten Seite.

Die Faustregel lautet:
Jeder Link, der so aussieht, als wäre er um des Links willen gesetzt, ist schlecht.

Wann sollten Links entfernt werden?

  • Wenn Sie wissen, dass Sie Links gekauft haben oder eine große Zahl von Links von wenigen Domains stammt, kann es angesagt sein, diese Links entfernen zu lassen.
  • Eine hohe Zahl an Links aus Foren, z.B. in Post-Signaturen oder in Profilen bei Foren
  • Links (wenn in größerer Zahl vorhanden) von Websites, die kaum PageRank oder Domain-Popularität besitzen
  • Der Linktext ist bei vielen Links exakt gleich. Auch das ist ein Hinweis auf unnatürlichen, für Google damit unredlichen Linkaufbau. Dies Problem haben viele Keyword-Domains (In einem Beispiel wie www.schuhe-kaufen.de lautet der Linktext meist einheitlich: Schuhe kaufen)
  • Generell lohnt sich ein genauerer Blick, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Website nicht so gut rankt, wie sie könnte.

Eine Faustregel hier:
Je stärker folgende drei Kriterien zusammen zutreffen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Links Ihnen schaden: Massenhafte Links und viele gleiche Ankertexte, Links von Websites niedriger Qualität, viele Links mit harten Money-Keywords.

Beim Verdacht auf Links, die Ihnen schaden, gibt es u.a.  Tools bei ahrefs.com oder Linkresearchtools, die verdächtige Links aufspüren und analysieren.

Besonders dringend ist die Linkanalyse natürlich, wenn Google schon eine Hinweismail wegen “unnatürlicher Links” geschickt hat und auffordert, diese zu löschen (mehr über Google Penalties).

Der Post ist ein Update/Follow-up zum meinem Artikel „Link-Aufbau – Mehr Schaden als Nutzen?“ vom August 2013.

Hier zum Abschluß noch ein schönes Tweet von Rand Fishkin, dem Gründer von moz.com – Je ausgeklügelter Google wird, desto mehr fühlt sich SEO an wie ein Bonus für richtig gemachtes Marketing und gute Website-Entwicklung


Quellen:

http://www.sistrix.de/news/google-nennt-bestraftes-linknetzwerk/

http://www.sistrix.de/news/vergleich-der-seo-kennzahlen-anzahl-links-und-domain-popularity/

https://docs.google.com/file/d/0B7SU_tZ6vbWZR0JmWjBfZWtXMFE/edit

http://www.deutsche-startups.de/2012/08/09/ekaabo-mister-wong/

http://www.seokratie.de/welche-links-sollte-man-loeschen/

Foto:
Pixabay Foto by Bishnu Sarangi /15.3.2014 /Public Domain CC0

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