Alle reden von Content. Google macht einen anderen Punkt.

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Design und Benutzererfahrung: Am meisten unterschätzte Ranking Faktoren

Guter „Content“ war bis zu den Penguin- und Panda-Algorithmusänderungen seitens Google als SEO-Faktor noch ziemlich unterschätzt. Inzwischen reden alle über Content. Wenn man genau hinhört, tut Google das nicht (mehr) wirklich.

Ohne Content ist alles nichts – aber Content allein macht auch kein gutes Ranking – das war schon bislang klar. Aber ganz aktuell rückt Matt Cutts etwas eher Unerwartetes in den Blickpunkt: Design und Nutzererfahrung / User Experience (in einem Gespräch mit Danny Sullivan von Search Engine Land auf der Search Marketing Expo, Seattle, 11.6.2013).

Auf die Frage, was die am meisten unterschätzten SEO-Faktoren 2013 sein würden, nannte er nicht „content“. Sondern: „Design and user experience: Put some work into the polish of your site.“ (Im Gegensatz dazu, sei der Einfluß von „Social Data“ überschätzt. Faktoren wie Likes, Plusse, Tweets … hält er für nicht verläßlich genug als Ranking-Kriterien).

Was aber meint Matt Cutts mit Design und User Experience? Worauf will er hinaus, was will er uns sagen?

Zunächst ist nicht schwer zu vermuten, dass sich schlechtes Design und schlechte User Experience z.B. folgende meßbare, Google bekannte Werte auswirken:

  • Geringe Rate an wiederkehrenden Besuchern
  • Hohe Absprungraten (wenn von mehreren Seiten einer Site, denke ich)
  • Längere Ladezeiten als der Schnitt
  • Wenige aufeinanderfolgende Aufrufe von Seiten innerhalb einer Site

Vielleicht ist der Kern der Aussage, auf den Matt Cutts in letzter Zeit die Aufmerksamkeit lenkt, damit der – und damit ein würdiger Kandidat als wesentlicher Ranking-Faktor und  „Tipp des Tages“ :

Es geht nicht um die Optimierung einzelner Seiten, sondern um die Fähigkeit einer Site, den Besucher für mehrere Klicks zu binden.

Der Kommentator Sahil auf der Site „Search Engine Journal“ bringt es ganz interessant  auf den Punkt (frei übersetzt):

„Google setzt seinen ganzen Ehrgeiz dafür ein, dass im Suchergebnis besonders die Seiten mit einer optimalen Nutzerfahrung (user experience) präsent sind – angefangen von Ladezeiten über die Seitenstruktur bis zur Nutzerfreundlichkeit. Google versucht seinen Nutzern im Ergebnis die besten Sites ihrer jeweiligen Nische anzubieten. Im Grunde möchte Google ein inhaltlich überzeugendes, vielfältiges (content rich) Web schaffen.“

Noch eine Ergänzung aus einer anderen Ecke. Im Hinblick auf Journalismus und Verlagsstrategien hat Autor Jeff Jarvis vor einiger Zeit schon gesagt, es gehe vielleicht weniger darum, Content zu bieten, als Service. „Content is that which fills something. Service is that which accomplishes something.“ Frei variiert: Content erzählt, schildert, thematisiert – Service hilft etwas zu erreichen.

Und auf die Suche bezogen: Wenn die Nutzer von Google ihre Suchbegriffe eintippen – dann wollen sie nicht etwas lesen, sondern etwas erreichen.

So könnte die Aufforderung, die Jeff Javis an Verleger und Medienunternehme richtet (Quelle), ähnlich auch Google für Website-Betreiber formulieren:

„My advice to news organizations: Move out of the content — and sponsored content — business and get into the service business, where content is just one of your tools to serve the public.“

Übersetzt: „Mein Rat an die Nachrichtenproduzenten: Lassen Sie das Geschäft mit Inhalten – und bezahltem Content (aka Schleichwerbung, Sponsored Content …) – hinter sich. Öffnen Sie sich dem Service-Business, in dem Inhalt ein Werkzeug unter mehreren ist, um dem Publikum Service zu bieten“.
Quellen:

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Kommentare

  1. Ich kann nicht ganz erkennen, welchen anderen Punkt Google macht. Nach meinem Verständnis ist das Thema „User Experience“ seit dem Panda-Update ein Thema. Content ist ein wichtiger Bestandteil der User Experience. Nach dem alten Modell von Jesse James Garret in „Elements of User Experience“ kommt der Content direkt nach der Ermittlung der Nutzerbedürfnisse. Man darf das „Design“ nicht falsch verstehen, dass es reicht, wenn es irgendwie „geil“ aussieht. Sondern das Design muss den Content optimal präsentieren. Das meint Cutts auch mit „polish“. Das „polish“ hilft aber nichts, wenn der Content miserabel ist.

  2. Google macht den Punkt, das Content auch nicht das Allheilmittel ist. Dass man sich also eher mit Blick weg von der „Seite/page“ hin auf’s Ganze („site“) über den im Deutschen so sperrigen Begriff „Nutzererfahrung“ mehr Gedanken machen sollte – natürlich ist in dem Zusammenhang auch Design mehr als Optik, wie Du schon sagst, z.B. auch so etwas wie Informationsarchitektur. Und in Hinblick auf die „Nutzerbedürfnisse“, die ja nicht immer so einfach auszumachen sind, kommt der Begriff „Service“ ins Spiel, und (noch mal sperrig) „Erfüllen des Nutzerbedürfnisses“. Jeff Jarvis sprach von accomplishment.

Trackbacks/ Pingbacks

  1. […] Während man mittlerweile davon ausgehen muss, dass Google schwachen Content (wie mehrere ähnliche Seiten zu nur leicht variierten Keywords/Key-Phrases) eher negativ wertet, dann kann man allmählich auch davon ausgehen, dass Google in den organischen Suchergebnissen eine gute (!) Seite zu “Mützen für Frauen” auch auffindet bei einer Suche nach “Mützen für Frauen kaufen” oder “Mützen für Mädchen”. Gut, das heißt zunehmend Nutzer- bzw, Nutzererwartungs-orientiert (mehr dazu hier). […]

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